Wednesday, 6. October 2004

homework 2 (3) by cheridwen

Folgende Spielerei und meine zugehörigen Überlegungen gehen vermutlich schon einen Schritt zu weit und über die Aufgabe 2 hinaus, weil's eigentlich schon ins Inhaltliche geht. Aber jetzt hab' ich so lang damit herumgewurstelt, dass ich's trotzdem posten möchte:


Mir ist bewusst geworden, dass, je nachdem wo und in welchem Ausmaß man Informationen wegnimmt, plötzlich ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen zwei Bildern entsteht. So scheint in Bild 1 die Ente auf der Dose zu stehen, in Bild 2 sich (neugierig) der Dose zuzuwenden, in Bild 3 geht sie (desinteressiert) von der Dose weg, in Bild 4 scheint sie in der Dose zu stecken und in Bild 5 versteckt sie sich hinter der Dose.

Wenn man die Bilder anders überlappen ließe - d.h. etwas mehr oder weniger oder an einer anderen Stelle Information wegnehmen oder übriglassen würde, ergäbe sich inhaltlich "sinnlose" Bilder.

Dies sei an Bild 1 demonstriert:


Wenn man das Entenbild nur ein Stückchen hinunter verschiebt, d.h. in diesem Fall vom Dosenbild mehr Information wegnimmt, dann ist der Eindruck, die Ente stünde auf der Dose kaum bis nicht mehr vorhanden...



| cheridwen um 12:54 | |

homework 2 (2) by cheridwen

Gut, gut, der Meister meinte, dass wir zu kompliziert denken und dass wir nicht vergessen sollten, dass es bei dieser Übung um Information und Informationsverlust geht... Deshalb heute mal eine etwas trivialere Überlegung:


Kleines Bild auf größerem - eigentlich egal, wohin platziert - gibt praktisch keinen relevanten Informationsverlust, spart aber Platz. Umgekehrt wäre es ziemlich sinnlos, ein größeres Bild komplett über ein kleineres zu legen, da man letzteres ja dann nicht sieht (= kompletter Informationsverlust).



| cheridwen um 12:44 | |
Thursday, 16. September 2004

homework 2 by cheridwen

Ich hab' mal probiert, zwei Objekte - eine Erdbeere und ein Schneckenhaus - verschieden miteinander zu kombinieren.

Mir ist aufgefallen, dass die beiden Elemente je nach Anordnung unterschiedlich gut zu identifizieren sind:

Bei Bild 1, in dem die Erdbeere den oberen Teil des Schneckenhauses überlagert, ist das Schneckenhaus gar nicht als solches zu erkennen. Auch bei Bild 6, bei dem etwa die Hälfte des oberen Teils des Schneckenhauses von der Erdbeere verdeckt wird, braucht man meines Erachtens noch einige Phantasie, um das Schneckenhaus zu identifizieren. Bei Bild 4 hingegen, in dem nur der untere Teil verdeckt wird, ist dies weit weniger schwierig. Ich schließe daraus, dass die wesentliche Information für das Objekt "Schneckenhaus" in diesem Fall im oberen Teil liegt, der untere dafür relativ irrelevant ist.

Erdbeeren scheinen mir überhaupt (zumindest in unserem Kulturkreis) einfacher zu erkennen zu sein - ich vermute mal, das liegt an der uns bekannten markanten Struktur und Farbe. In Bild 2 ist meiner Einschätzung nach die Erdbeere noch am wenigsten gut zu erkennen, aber doch viel einfacher als das Schneckenhaus in Bild 1, in dem die Lage von Schneckenhaus und Erdbeere im Vergleich zu Bild 2 in etwa gleich ist, nur dass bei Bild 1 die Erdbeere und bei Bild 2 das Schneckenhaus im Vordergrund liegt.

Im Bild 3 kommt durch das Blatt noch zusätzliche Information hinzu und die Erdbeere wird noch leichter identifizierbar als in Bild 2. In Bild 5 wird am wenigsten verdeckt und die Erdbeere ist ohne weitere Schwierigkeiten als solche zu erkennen.



| cheridwen um 14:51 | |
Tuesday, 14. September 2004

thema nr. 2: nebeneinander

die ersten übungsthemen dieses workshops sind aus einem kurs, den ich für irl-collagen konzipiert habe. daher ist das zweite thema des kurses von der problematik her ausschliesslich bezogen auf das material "ausgeschnittenes papier".

eines der grundlegenden "probleme" bzw. eine der deutlichsten eigenheiten bei der collage mit papier ist das zwangsweise "nebeneinander" der einzelnen collagenelemente. von exotischem material wie folien oder transparentpapier abgesehen löscht jedes weitere stück hingeklebtes papier das darunterliegende papier aus. das bedeutet: jede hinzufügung von information führt zum verlust von bereits gesetzter information.

es gibt eine ganze reihe von gründen, warum der verlust von information kein nachteil sein muss bzw. warum der verlust von bildinhalten sogar ein eminenter vorteil ist.

wir wollen in der zweiten übung eine versuchsreihe unternehmen: wenn wir mit einem pc-malprogramm und nicht mit realpapier und anschliessendem einscannen arbeiten ist die transparent-funktion auf das strengste VERBOTEN!

gegeben sind bei dieser übung immer 2 (in worten: zwei) bilder A und B, die sich begegnend teilweise überdecken in einem schnittmengenbereich C. wir wollen verschiedene derartige kombinationen durchspielen und beschreiben und diskutieren, wie sich die informationen der beiden bilder zueinander verhalten - vor allem wie es mit dem informationsgehalt des einen bildes aussieht, das informationen verloren hat. wichtig: es geht nicht um die beziehung der bildinhalte zueinander, sondern nur um den informationsverlust durch die überlagerung.

hier ein beispiel: bild a: foto von auto, bild b: altes buch. bild b überdeckt teilweise bild a in einem nicht allzugroßen bereich. informationsverlust bei bild a: nicht wirklich für die bildinformation desaströs (auto noch immer gut erkennbar). schlussfolgerung: informationsverlust der nicht das bild relevant umwertet, dadurch flächengewinn.

ich würde mir pro ws-teilnehmerIn etwa 3-5 varianten wünschen. viel spaß!



| david ramirer um 00:39 | |


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