Thursday, 10. December 2020

XXX) AmsAlgo: die CoronaApp der Arbeitslosen

der emsig immer aktuelle und umtriebige verein amsel in graz hat uns (wenige wiener_innen, mehr niederösterreicher) auf epub.oeaw.ac.at aufmerksam gemacht. In der langen studie wollen wir das augenmerk speziell auf das kapitel ‚bias und diskriminierung‘ hinweisen: man kann direkt aus dem inhaltsverzeichnis dorthinklicken. Sinn des amas (ams-algo) ist es, verallgemeinerungen herauszufinden, vorwegzunehmen, und uns dann in 3 gruppen einzuteilen (A: findet sich selbst was; B: braucht bissl kurs, dann vermittelbar; C: gilt nicht mehr wirklich als vermittelbar – kurse fruchten da auch nix. Darf aber nicht einfach so sitzen gelassen werden, dem individuum muss weiterhin in irgendeiner weise ‚nahegetreten‘ werden.) j. Kopfs zynische meldung hierzu im mittagsjournal (sollen sich einen anderen job suchen).
BM aschbachers androidenlösung: wirst digital oder wirst pfleger (alles in früheren beiträgen schon diskutiert).
Nun, und so ist der ams-algo ähnlich wie die coronaApp. Die fragt nicht, ob 2 menschen (2m, 15min) gehustet haben, sich geschnäuzt haben, billaburka oder ffp2 getragen haben. Nase drin oder draußen getragen haben. Also irrt auch die coronaApp sich massenhaft. Sie ist bluetooth, aber trotzdem gewissermaßen blind. Und so blind wie diese nervenzerfetzende app ist auch der algorithmus. Er ist eine büchse der pandora – ein trojanisches pferd. Denn früher oder später spuckt überhaupt eine künstliche intelligenz (danke unserem inspirativen telefonischen inspirationsbringer) die zuweisungen aus, die letztlich den sinn erfüllen, der unverbesserlichen 50+“C“-gruppe die existenzbedrohende bezugssperre als einziges ‚erziehungsmittel‘ aufzuhalsen, den nahrungsmittelentzug. C ist man schneller als man glaubt. Etwa genügt es schon, einfach eine frau zu sein, und dann ein gewisses alter zu haben. Akademische abschlüsse und bisherige positionen machen den karren für C dann auch nicht mehr flott.


Ja und ganz klar stehen wir hinter der gesamtösterreichischen anstrengung der erwerbslosen-initiativen, dass der ams-algo diskriminierung verschärft und den chancenlosen noch die allerletzten chancen nimmt, fachadäquat unterzukommen. Nach zwischenzeitlich erfolgter rücksprache kann man uns also gerne mit dort anführen. Sollte aber ein disput bestehen, ob ‚wir‘ oder eine größere gruppe mit angeführt werden ‚dürfen‘, dann geben wir gerne einer größeren gruppe den vortritt: im sinne eines empathischen pragmatismus.



| Solana um 15:25 | |
Sunday, 26. July 2020

xxix) Vorverlegung von 27 auf 20!


Liebe ÄAÖ Kumpels und -Rinnen. Infolge terminlicher Imponderabilitäten sahen wir uns gezwungen, das für 27.d.M. angesetzte persönliche Treffen auf 20.8. VOR-zuverlegen. In der Hoffnung, dass genügend Wiener umdisponieren können, visieren wir den Rosenberger-Innere-Stadt an; falls aber wieder unsere Niederösterr. Kolleg/innen überwiegen, wird es diesmal nicht per Zoom, sondern probeweise mal per Skype abgehalten
ad: idee der grünen: viele von uns älteren arbeitsuchenden ösis können es nicht glauben, dass genau jene partei (resp. deren vorsitzender) die doch noch unlängst für ein bedingungsloses grundeinkommen (!) eintrat, nun im rahmen einer neuaufstellung des AL geldes (herbstgipfel) eine idee der neos aufgreift. diese besagt laut abgeordnetem "L", dass das AL geld höher beginnt und dann stetig fällt. denn die lage derzeit ist folgende: AL geld (6-12 M) 55% des gehalts, anschließend die sehr notwendige und sinnhafte notstandshilfe mit 92% jener 55%. im falle einer längeren arbeitssuche, die grade bei uns älteren als derzeit fast sicher gilt, kann diese verlängert werden.
keine art ist es, wie die neos es sich vorstellen, die älteren in eine aussteuerung zu schicken: also von der versicherungsleistung in die transferleistung. es werden dadurch, wie martin schenk treffend in der armutskonferenz feststellt, neue sozialfälle kreiiert. und dies lange jahre vor der pensionierung! denn selbige kann ja für ab *64 geborene nicht mehr oder unter harschen abschlägen erreicht werden.
das ist ein mittelstand, der grade noch leistungsträger war, der von der republik förmlich wie mit einem schlag ins gesicht enttäuscht wird. das ist ein zorniger pack an menschen, die dann aufgebracht auf den straßen zu finden sind: demonstrierender- oder obdachloserweise. das ist jener aufgeweichte, abgelehnte mittelstand

information: die tätigkeit der interessensgemeinschaft pausiert bis zum herbst-arbeitsmarkt-gipfel (dem anvisierten, der dann nie kam).



| Solana um 13:03 | |
Tuesday, 14. July 2020

xxviii, wir sind 438000

das sind 150000 weniger als mitte april, am höhepunkt. kurzarbeiter wieder im steigen. wir sind minderwertig, aber keine minderheit.
während jedes einzelne prozentpünktchen, um das die arbeitslosigkeit vermeintlich sinkt, gefeiert wird wie ein meilenstein, steigen die kurzarbeiter - und darunter vor allem jene, die im zuge des herbstes ohnehin ihre wertvolle arbeit leider ohne eigenes verschulden verlieren werden. siehe swarovski. es wurde einfach nur auf horrende kosten des staates und horrenden ams personalaufwand deren leid & unsicherheit wie auf einer folter verlängert.


viele wurden per halbjahr freigesetzt, kündigungsfristen, quartal.



| Solana um 20:21 | |

  Next page