191 'Schergen'??(!) Erfüllungsgehilfen. Drecksarbeit. Arbeitslose
etwas, was ziemlich smart klingt, ist in wahrheit die übertragung unliebsamer arbeit einer hoheits-aufgabe. Es geht hier ums daf/daz-lehren.
Das war in der 'welle' 15/16 eine willkommene tätigkeit. Auch fortbildung in diesem bereich der lehre bekam man recht komplikationslos (anfangs).
Heute – im lauf vieler jahre dazwischen – (es liegen uns mindestens 3 firsthand-erfahrungen vor!) gestaltet sich die aufgabe, flüchtlinge in deutsch zu lehren, wie folgt.
Aaa) machst du es ehrenamtlich kriegst du die tätigkeit zwar für die geleistete DAUER als ehrenamtlich bestätigt, aber ohne angabe der stunden anzahl. Wie also soll man die echten praxisstunden geltend machen, wenns um erfahrung geht, damit man das endlich auch einmal bezahlt kriegt? Weiter lehren – mit schlechtem gewissen, weil man weiter vom ams abhängig bleibt?
Aa) du gehst in ein (einer partei nahes) innerstädtisches sprachinstitut, um deutsch zu lehren; findest dich am ende wieder, dass du dich bitte auch in staatsbürgerkunde, biologie und vor allem mathematik einlesen mögest, denn das institut fühlt sich geneigt, die flülis auch hierin auszubilden. Das ist für (sprachlastige) mathe-phobiker eine bedrohung.
a) du wirst erfüllungsgehilfe des innenministeriums, bzw der sperr-front der MA40, des sozialamts, des ams. Wenn einer deiner schützlinge nicht brav lernt und sogar unpünktlich ist: dann HAST DU IHN zu verpfeifen! So einfach ist das. Du lehrst diese leute, bist aber ihr potentieller feind. Kennen wir es nicht zu gut? Die pausenlose panik vor der spontanen bezugssperre, wo uns allen die kraft längst fehlt, diese juristisch zu bekämpfen? (wir haben jetzt kaum mehr informelle institutionen, die dabei unterstützen. Und die AK reißt sich wirklich nicht um (alte) fälle in (langzeit-)arbeitslosigkeit. Kurzum: da kann kein vertrauensverhältnis zwischen schülern und lehrendem entstehen. Wenn du das professionell und bezahlt machst. Dein einkommen hängt davon ab, wie gut du die schützlinge verpfeifst. Einer unserer firsthands sprach sogar von prozentsätzen, die in den arbeitsmarkt vermitteln werden müssen. Sonst: 'da ist die tür.'

